Asien

Die Türme von Swanetien

Svaneti; Ushguli; Georgia; Towers; Mountains; Caucasus; Trekking

Schneebedeckte Berge isolierten lange Zeit die Täler von Swanetien. Langsam klettert die Sonne über die hohen Gebirgszüge und durchflutet die Täler mit warmen Licht. Der Gang durch die blumenreiche Wiese, die klare und kühle Luft, die von den Gletschern herabströmt, erweckt Erinnerungen an einen alten Traum. Du schließt die Augen, lässt dich fallen wie ein Kind und wirst von einem Blumenbett aufgefangen. Du kommst zu dir, öffnest die Augen und schaust in den königsblauen Himmel – Willkommen in Swanetien.

Svaneti; Ushguli; Georgia; Towers; Mountains; Caucasus; Trekking
Shkhara Mountain

Lange war diese ferne und isolierte Region in Georgien so unerreichbar, dass niemand versucht hat, Swanetien zu erobern. Selbst zur Zeit der Sowjetischen Union hat sich das Leben der Menschen nur geringfügig geändert. Dies alles führte dazu, dass sich das Leben der Menschen und die Kultur über die letzten Jahrhunderte kaum verändert haben. Deswegen wird heute auch noch die ungeschrieben Sprache „Svan“ gesprochen. Überall in Swanetien sieht man die historischen „koshkebi“. Diese alten Steintürme wurden zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert gebaut. Ursprünglich waren diese für die Verteidigung gebaut, aber heute werden sie auch für Wohn- und Lagerzwecke verwendet. Seit 1996 sind die Türme als ein UNSESO Weltkulturerbe klassifiziert.

Das dorf ushguli

Alle Dörfer in Swanetien und auch die umliegende Landschaft bestechen mit einer atemberaubenden Schönheit. Ein Dorf, welches als höchste permanente Siedlung in Europa bezeichnet und Ushguli genannt wird, kann als einer der schönsten Orte gewertet werden. Wenn man durch die alten Gassen entlang der Türme läuft, spürt man die einzigartige Atmosphäre. Ganz am Ende des Tals, wo der Enguri entspringt, steigt der majestätische Shkhara in die Höhe. Mit über 5000 Metern Höhe ist der Shkhara der höchste Berg Georgiens. Der atemberaubende Anblick des wunderschönen Gletschers, der behutsam auf dem Berg gelagert ist, fesselt einen direkt. Man vergisst die Zeit, wenn man den vorbeiziehenden Wolken folgt. Ein Gefühl tiefer Entspannung macht sich breit, denn man hört nichts außer das Summen von Bienen, den Fluss Enguri und den kalten Wind, der vom Gletscher herabströmt.

Die Fahrt in dieses abgelegene Dorf, das 45km östlich von Mestia liegt, kann schnell mehr als 4 Stunden dauern. Durch die vielfältige und atemberaubende Landschaft, vergeht die Zeit aber wie im Flug. Die meisten Besucher bleiben nur ein paar Stunden, wir empfehlen aber eine Nacht dort zu verweilen, um die Ruhe und Herzlichkeit der Einwohner dieser isolierten Region zu erleben. Über die Grenzen hinweg, ist Georgien für eine gute Küche und Weine bekannt und auch Swanetien enttäuscht in dieser Hinsicht sicher nicht.

Svaneti; Ushguli; Georgia; Towers; Mountains; Caucasus; Trekking
Ushguli
Swanetische Gastfreundschaft

Als wir nachmittags in Ushguli ankamen, half uns unser Fahrer bei der Unterkunftssuche. Nach ein paar Minuten tauchte ein etwa 14 jähriges Mädchen auf und begrüßte uns auf English. Wir folgten ihr auf einem matschigem Pfad durch das Dorf, als mehr und mehr Kinder uns begrüßten. Erst als wir am Haus angekamen, wurden wir vom Rest der Familie begrüßt. Die überwältigende Gastfreundschaft überzeugte uns, sodass wir dort eine Nacht verbrachten.

Swanetische Küche und feuerwasser

Nach dem „Einchecken“ begrüßte uns der Vater, der sowohl der Dorfpolizist als auch Bürgermeister war. Obwohl die Kommunikation auf mehreren Sprach stattfand, erzählte er uns einiges über das Leben in den Bergen. Später rief uns Nina, die Mutter der Familie in das Esszimmer und wir sahen ein Tisch voller Essen. Frischer Salat, Käse, Rindfleisch, „kubdari“, „khinkali“ Georgische Maultaschen, „khachapuri“ Brot gefüllt mit Käse und verschiedene Suppen. Aber der wichtigste Gegenstand auf dem Tisch war der hausgemachte „Chacha“.

Dieser populäre Georgische Brandy, zu Deutsch „Feuerwasser“ mit einem Alkoholgehalt von 40 bis 60 vol.% stellt die Trinkfestigkeit eines mitteleuropäischen Mannes schnell in Frage, denn der Name ist Programm. Der fehlende Deckel der Flasche bedeutet, dass die Flasche komplett getrunken werden muss. In weiser Voraussicht tranken wir nicht die ganze Flasche, da sicher eine weitere auf den Tisch gekommen wäre. Generell ist Trinken und die minutenlangen Trinksprüche ein tiefes Zeichen von Gastfreundschaft in Georgien.

Nach zwei Tagen in Ushguli zogen wir weiter und wanderten etwa 24km in ein anderes Tal. Die Kinder winkten uns als wir losgingen. Ich war bereits in vielen Orten rund um die Welt, aber nur wenige Orte haben so einen nachhaltigen Eindruck wie Ushguli und Swanetien in mir gelassen.

Andre’s Reisetipps:
  • Verbringt mindestens eine Nacht in Ushguli
  • Mit Vanilla Sky Airlines kann man günstig nach Mestia fliegen
  • Übernachtet bei Familie NIjaradze
  • Wandert zum Fuße des Shkhara Gletschers
  • Wandert nach Mami (Lower Svaneti) (24km)

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