Europa

72 Stunden in Moskau

Red Square, Moscow,

Moskau ist kalt, dreckig, teuer, gefährlich und die Einwohner sind unfreundlich. Ja, es stimmt. Ich spreche über Moskau, die Hauptstadt der russischen Föderation. Leider sind die genannten Stereotypen alles andere als wahr. Begleitet mich auf eine kurze Reise zur Europas größten und überraschend modernen kosmopolitischen Stadt, die viel mehr zu bieten hat, als man denkt – Добро пожаловать в Москву.

Obwohl Moskau relativ nah zu den anderen europäischen Städten liegt, sind europäische Touristen eher eine Rarität. Aber die, die es gewagt haben und ein Visum beantragt haben, wissen, dass es deutlich mehr zu sehen gibt, als nur den Roten Platz und den Kreml. Dennoch muss ich zugeben, auf dem Roten Platz zu stehen, ist ein besonderes Gefühl. Der Besuch des Kreml ist ebenso eine Pflicht und falls du Tickets für das Bolshoi Theater bekommen kannst, schnapp sie dir unbedingt!

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Red Square
Unterwegs in Moskau

Wenn man sich den Verkehr in Moskau anschaut, denkt man, man befindet sich mitten auf einer Bühne der Schönen und Reichen. Im Stadtzentrum Moskau gehören Bentley, Mercedes S-Klasse oder sogar RollsRoyce zum normalen Fuhrpark der Wohlhabenden. Aber mal ehrlich, die meisten RollsRoyce und Maybach verbringen mehr Zeit stehend auf Moskaus Straßen als rollend. Ständig sieht man Staus auf den Straßen im Zentrum.  Deutlich effizienter ist die Moskauer Metro. Europas meist genutzte Metro transportiert täglich etwa 6,5 Millionen Menschen. Überall gelten Metro Stationen als weniger schöne Orte, die ist aber nicht in Moskau der Fall.

Viele Stationen können sogar als kleine Museen bezeichnet werden und sind künstlerisch verziert. Die Idee, die hinter dem Bau dieser wunderschönen Stationen war, ist äußert einfach und clever. Die Sowjetische Führung dachte zu jener Zeit, dass der Arbeitsweg der Menschen schön sein müsse, um die Laune und Motivation der Bevölkerung zu steigern. Sie dienten aber auch noch zu einen anderen Zweck und zwar als Bunker während des kalten Krieges. Die tiefste Station, Park Pobedy, liegt 84 Meter unter der Erde und die Fahrt mit der Rolltreppe dauert knapp 3 Minuten.

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Kievsky metro station

Wenn einem das Leben unter der Erde gefällt, sollte man unbedingt den Bunker 42 besuchen. Dieser Bunker, der zu den Zeiten des Kalten Krieges genutzt wurde, ist inzwischen in ein Museum umgewandelt worden. Angeboten werden auch Touren in Englisch. Während der Tour wird die Bombardierung Moskaus mit einer Atombombe simuliert. Durchsagen auf Russisch werden eingespielt und rote Siren heulen auf. Eine gewisse innerliche Anspannung macht sich bei dieser Erfahrung breit, denn man wird erinnert wie nah die Welt vor einen atomaren Krieg stand.

Moskauer küche

Für die Menschen, die eher über der Erdoberfläche eindrückliche Erfahrungen sammeln wollen, gibt es viele Möglichkeiten. Von Museen, über schöne und weitflächige Parkanlagen bis hin zu dem imposanten Gum Kaufhaus; Moskau fasziniert die Besucher. Sogar kulinarische Erlebnisse reichen deutlich weiter als Borsch.

Die Vielfalt hat mich wirklich überrascht, denn neben den klassischen Küchen wie zum Beispiel italienisch, japanisch oder chinesisch, gibt es in Moskau auch neue Geschmacksrichtungen zu erkunden.  In Moskau kann man sich von Georgischer, Kasachischer, Usbekischer und Armenischer Küche kulinarisch entführen lassen.

Auch das Nachtleben dieser Metropole enttäuscht nicht. Es gibt jede Menge Bars und etwas für jeden Geschmack. Falls es euch nach einer günstigen Nacht in einem Pub ist, geht zur Bar Kamchatka. Wenn man die Nacht etwas großzügiger genießen möchte, dann sollte man Richtung Red October District gehen. Meine persönliche Empfehlung ist der Club „Gypsy“, der im Sommer sein Dach öffnet, durch das bereits um 3 Uhr morgens wieder Tageslicht hereinströmt. Eine Nacht in einem Moskauer Club wird eine neue Definition von Party in euren Köpfen speichern. Seit auf keinen Fall schüchtern und sprecht Leute an, denn falls diese English können, werdet ihr überrascht sein wie kommunikativ und gastfreundlich Russen wirklich sein können.

Generell sind Russen großzügige und gastfreundliche Menschen. Versucht Kontakt aufzumachen und Freundschaften über Nacht zu schließen. Couchsurfing kann auch eine große Hilfe sein, da die meisten Schilder nicht auf lateinischer Schrift sind und so Muttersprachler eine große Hilfe sein können.

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Gipsy club
Andre’s Reise Tipps:
  • Nehmt euch ein AirBnB im Zentrum von Moskau
  • Esst bei Chaihona No. 1 und genießt eine Mischung aus zentralasiatischer und russischer Küche.
  • Besucht den Bunker 42
  • Party: Propaganda Club, Gypsy, Icon Club, Red Club oder viele andere Bars
  • Falls der Geldbeutel leer ist: „Mu mu“ (Fastfood Russian Style) und ein Bier in der Bar „Kamchatka“
  • Haltet bei den Stationen Kievskaya, Arbatskaya, Belorusskaya, Komsomolskaya.

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