Amerika

72 Stunden in Rio de Janeiro – Favela Erfahrung

sunset, featured, Christo Redentor, Rio de Janeiro

Spektakülare Landschaft, Cable cars, unfassbare Aussichtspunkte und wunderschöne und viele Strände – wahrscheinlich gibt es weltweit nur eine Stadt die all das bieten kann. Ist es denn eine gefährliche Stadt mit einer gewaltigen Kluft zwischen arm und reich? Finden wir es heraus! Willkommen zur olympischen Stadt in 2016 – Rio de Janeiro, Brasilien.


Die zweigrößte Stadt Brasiliens siedelte sich an der Ostküste an und wurde im Januar 1502 entdeckt. Ein portugiesischer Segler verwechselte die große Bucht mit einem reißenden Fluss, wonach die Stadt nun „der Fluss des Januars“ – Rio de Janeiro – heißt.

Rio de Janeiro
Christo Redentor at night.
Was es zu sehen gibt in 72 Stunden

Die zwei wohl bekanntesten Sehenswürdigkeitens sind der Zuckerhut (Pão de Açúcar) oder die Christusstatue (Christo Redentor auf dem Corcovado) sind viel besucht. Wenn man allerdings zu bestimmten Zeiten hingeht, kann man das perfekte Foto der umwerfenden Ausblicke bekommen und vermeidet den Stress. Zum Christo unbedingt zum Sonnenuntergang gehen, um sowohl die Tages-als auch Nachtsicht mitzunehmen. Man muss sagen, dass diese Orte sehr touristisch sind, aber es lohnt sich – nur so sieht man die spektakuläre Landschaft der Region. Außerdem sieht man die vorher angesprochene Bucht und die unzähligen Strände die sich über Kilometer erstrecken. Dazwischen findet man oft hügelige Gebiete mit kleinen Stadtteilen und Favelas. Die Erkenntnis, dass es hier einen Unterschied zum westlichen Verständnis einer Stadt gibt, ist faszinierend.

Ein klares Muss ist natürlich eine Fahrt im Cable Car in Richtung dem traditionellen Stadtteil Santa Theresa und der Besuch des Aquädukts. Für Nachtschwärmer ist der Freitag Abend in Lapa eine volle Garantie für eine unvergessliche Nacht. Wie man uns im Hostel erzählte ist die ganze Gegend sehr sicher. Um zu zitieren, „Ihr seid sowohl von der Polizei- als auch vom Drogenkartells beschützt. Das hört sich zwar etwas mulmig an, aber generell fühlten wir uns niemals unsicher in Rio de Janeiro.

match; Germany; Brazil
Wall paintings of a rememberable match.
Übernachten in einer Favela (Vidigal) inmitten von Rio de Janeiro

Ohne es wirklich zu wissen, buchten wir ein Hostel für 2 Nächte in einem der Favelas von Rio. Als unser Uber Fahrer direkt am Eingang hielt, waren wir erstmal geschockte von den Zuständen, aber auch sehr gespannt auf das was uns dort erwartete. Wir sahen dort nicht nur arme Zustände, sondern erlebten auch die Lebensfreunde, das unkomplizierte Leben in der Favela. Eine Erfahrung, die man machen sollte, wenn man sich für den Beriech der südamerikanischen Kultur beschäftigt.

Vor der „Pazifizierung“ (Beschwichtung) war Vidigal eines der gefährlichsten Favela in der Metropole. Dort übernachteten wir einem B&B mit einem einzigartigen Blick auf den bekannten Ipanema beach.

Vidigal, Rio de Janeiro, favela
Terrace view of Vidigal, Rio de Janeiro.

Die beste Art von A nach B zu kommen ist ein nicht ganz ungefährliches Motortaxi. Definitiv eine klasse Erfahrung, aber für Leute mit schwachen Nerven vielleicht nicht so gut geeignet. Beim Durchfahren durch Vidigal konnte man erstmals die eigene Kultur einer Favela mitbekommen. Die Leute wirken Lebensfroh und trotz der herausfordernden Bedingungen liegt eine gewisse Ruhe und Harmonie in der verwinkelten Gegend. Wir sahen Kinder in den Straßen spielen, Männer in einem Café sitzen und andere wiederum in einer Bar singen – was für eine erfrischende Erfahrung!

Favela nightlife!

Als wir im obersten Zipfel der Favela ankamen, gingen wir in eine Bar mit toller Live-Musik und einem gegensätzlichen Ausblick. Am Fuße des Berges sah man noch die Ausläufer der Favela und ein paar Meter weiter steht ein 4 Sterne Hotel.

Ipanema beach, Vidigal, Rio de Janeiro
Favela party while overlooking the famous Ipanema beach.

Gegenüber von der Bar fanden wir einen kleinen Pizza-Stand. Nach kurzem Warten drücke uns der Besitzer eine Pizza in einem Plastikteller in die Hand. Das war auf jeden Fall die beste Pizza, die wir während des 3-monatigen Trips in Südamerika gegessen hatten.

Zu unserer Überraschung fühlten wir uns nicht einen Moment lang unsicher in der Favela Vidigal, ganz im Gegenteil, wir liebten es dort. Die Freundlichkeit der Leute und der Lebensstil waren wirklich interessant mitzuerleben.

Markus Travel Tips:

– Besuche oder übernachte in einer (pazifizierten) Favela

– Das Straßenfest in Lapa jeden Freitag nicht verpassen!

– Unbedingt auch die umliegenden Gebiete von Rio besuchen (z.B. Armação dos  Búzios oder Paraty). Dort findet man auch den schönsten Strand Brasiliens (offziell bewertet)

– Bei Bier aufpassen – es wird auf -4 Grad runtergekühlt und fängt bei falschem Einschenken gerne auch mal an zu gefrieren im Glas.

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