Europa

Córdoba- die einst kulturreichste Stadt Europas

Cordoba mosque

Wenn man auf dem mit Orangenbäumen geschmückten Innenhof der Moschee-Kathedrale von Córdoba steht, fühlt man sich schnell in das 10. Jahrhundert zurückversetzt.  Am Anfang des 8. Jahrhunderts eroberte die Omajjaden Dynastie das südliche Spanien und machte die Stadt Córdoba, am Guadalquivir gelegen, zur Hauptstadt des Emirats „Al Andalus“. Innerhalb von zwei Jahrhunderten wurde Córdoba zur kulturreichsten, gebildetsten, modernsten, saubersten und  größten Stadt des westlichen Europas. Heute gibt es viel zu sehen, aber schon alleine die Mosche-Kathedrale ist ein Besuch wert.

Mosque Cordoba
The bell tower, former minaret, and orange tree square.
Die Mosche-Kathedrale von Córdoba

Wenn man ein Gebäude betritt, das zu den größten islamischen Gebäuden der Welt zählt, überkommt einen das Gefühl von Sprachlosigkeit und Begeisterung. Sobald man die fast unendliche Größe den Gebäudes realisiert hat, erkennt man viele beeindruckende Details der islamischen und christlichen Architektur. Vollkommen überwältigt von den unzähligen visuellen Eindrücken, setzt die Orgel der Kathedrale ein und Gänsehaut verbreitet sich auf den Armen.

Die Mosche wurde ursprünglich im 8. Jahrhundert gebaut und war die größte ihrer Art. Über die kommenden Jahrhunderte hinweg, haben die Herrscher des Emirats und später des Kalifats die Mosche erweitert. Als die Spanier den Süden Spaniens zu dieser Zeit zurückeroberten, bot die Mosche platz für rund 30,000 Gläubige. Etwa 900 Bögen trugen das Gewicht des Daches. Egal wo man hinschaut, überall sieht man Bögen, jedoch sind die Säulen, auf denen die Bögen errichtet wurden, alle unterschiedlich. Das kommt daher, dass beim Bau der Moschee teilweise das Geld fehlte und somit auf „recycelte“ Säulen zurückgegriffen werden musste.

Christian and Islamic architecture unified.
Christliche und islamische Architektur und kunst vereint

Die Spanier bauten die Moschee teilweise in eine Kathedrale um und zerstörten die Mitte der Moschee. An dieser Stelle wurde eine Kathedrale im gotischen und barocken Stil gebaut. Während man sich der Kathedrale nähert, stellt man fest, dass die Bögen sich verändern. Der islamische Teil des Gebäudes ist heutzutage dunkel und es gibt kaum Fester in der Decke, durch die Licht hereinströmen könnte. Früher war die Moschee nämlich offener angelegt, jedoch limitierten zusätzlich gebaute Wände das einströmende Licht. In der Kathedrale hingegen, strömt heute helles Licht herein.  Nehmt euch genügend Zeit, setzt euch hin und lasst eure Augen entlang der wundervoll verzierten Kathedrale wandern.  Sofort vergisst man, dass man eigentlich im Herzen einer ehemaligen Moschee sitzt. Dieser harte und schwer zu begreifende Kontrast haben uns selbst einige Stunden nach dem Besuch immer noch fasziniert.

Auf der Südseite des Gebäudes, ist der kunstreichste und schönste Teil. Beeindruckende arabische Inschriften und Kunstwerke aus verschiedenen Materialien lassen sich hier bestaunen. Häufig sieht man viele Dinge nur noch durch das Display seines Handys, aber es lohnt sich hier die Schönheit einfach durch das menschliche Auge auf sich wirken zu lassen.

Wir empfehlen eine geführte Tour durch die Moschee zumachen und danach die Moschee in aller Ruhe für sich selbst zu erkunden. Durch unsere enthusiastische Führerin bekamen wir unzählige wichtige Informationen, die wir sonst nicht erfahren hätten.

Alcazar de los Reyes
Es gibt noch viel mehr als eine Moschee-Kathedrale

Obwohl die Moschee-Kathedrale ohne Zweifel das Highlight von Córdoba ist, gibt es noch viele andere Orte voller Geschichte zu besuchen. Die alte römische Brücke und  das Brückentor zum Beispiel. Von der Brücke hat man einen hervorragenden Blick auf die schönen Fassaden der Stadt. Auch einen Besuch wert ist das Alcazar de los Reyes Cristianos. Die alte Burg und der gepflegte Garten laden zum Verweilen ein. Aber auch die unzähligen Pflastersteinstraßen, Cafes und Restaurants laden zum Schlendern und Genießen ein.

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