dein.trip. in Jordanien

 

Beginnen wir mit einer Fragestellung, die im Laufe des Blogposts beantwortet wird & bestenfalls verändert wird: Was für ein Bild hast du von Jordanien (vorausgesetzt du warst noch nie dort) ? Der Großteil der Gesellschaft in Deutschland war sicherlich noch nie dort. Dennoch haben die Meisten ein klares Bild von dem Land; es sei unsicher und man solle sich in Acht nehmen vor den Einheimischen. Gerade jetzt im Zuge des Syrienkonflikts, solle man auf keinen Fall dort hinreisen. Das sind alles Bedenken, die wir uns anhören mussten bevor wir in das unbekannte Jordanien gereist sind. Auch wenn unsere Familien von unserem Plan nicht begeistert waren, entschieden wir uns trotzdem die Reise so durchzuführen wie geplant. Deswegen stiegen wir Ende Januar mit 5 Freunden in Karlsruhe in den Flieger nach Eilat, Israel.
Nach 4,5 Stunden im Flieger kamen wir bereits in einer komplett anderen Welt an. Ein Bus brachte uns an die Grenze zu Jordanien, die wir dann zu Fuß passierten. Wer schonmal in Israel war, wird wissen, dass Ein- aber vor allem die Ausreise sehr anstrengend sein kann. Überraschenderweise ging alles ziemlich schnell und wir waren schnell bei der Einreise nach Jordanien. Dort erlebte uns direkt die 1. Überraschung. Da Israel und Jordanien politisch und wirtschaftlich gesehen nicht die besten Freunde sind, rechneten wir damit, dass der Grenzübergang kompliziert werden könnten. Tatsächlich kam alles komplett anders. Während wir auf einer Bank in der Sonne auf die Einreisestempel gewartet haben, fing einer der Grenzbeamten plötzlich ein Gespräch mit uns an. Das fing ganz normal an, bis er anfing uns allen 7 arabische Namen zu geben, damit wir “besser zurecht kämen in Jordanien.” Von Ahmed, über Hassan bis hin zu Sala (mein Name) waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Mit einem Taxifahrer, der noch nie etwas von Verkehrsregeln gehört hatte, ging es mit einem Affentempo in die Innenstadt von Aqaba. Einmal angekommen holten wir direkt unseren kleinen Reisebus ab, den wir zu 7. gemietet haben. Ein obligatorischer Besuch am Meer war auch noch drin. Vom Ufer hat man einen ziemlich verrückten Blick. Man befindet sich in Jordanien, zur rechten sieht man nach Eilat in Israel, geradeaus blickt man auf die Wüste von Ägypten und zur linken entlang am Ufer sieht man die äußeren Gebiete von Saudi-Arabien. Ein spektakuläres 4-länder Eck.

Bis dahin trifft jedoch ein Vorurteil auf Jordanien zu. Sobald eine schöne Frau auf dem Gehweg läuft, bremsen Machos in ihren tiefergelegten Karossen sehr stark ab, wechseln im Zweifel sogar die Fahrbahn und werfen sehr genau Blicke auf die Frau. Allerdings war das aus unserer Perspektive eher zum totlachen als wirklich aufdringlich.

Interessant ist auch das Verhältnis zur Polizei. Einerseits ist die Polizeipräsenz ziemlich hoch, jedoch scheint das im Straßenverkehr kaum einen zu interessieren. Gelegentlich sind Autos vorbeigefahren, in denen Menschen seitlich außen auf dem Türrahmen (bei heruntergefahrenen Fenstern) gesessen sind. Die sind natürlich direkt an einer Polizei so vorbeigefahren. Ein kurzer Pfiff vom Polizisten und die Situation war geklärt, aber selbstverständlich nicht geahndet. Warum auch ? Die Leute sind so entspannt.

Der Höllentrip ins Paradies

Die Ruinenstätte Petra, im Landesinneren von Jordanien war der ursprüngliche Grund für uns nach Jordanien zu reisen. Das in den Bergen gelegene Paradies & UNSESO Weltkulturerbe, war für uns aber unerwartet schwer zu erreichen. Beim hochfahren auf knapp 1500 Metern wurde das Wetter schlecht und immer schlechter. Die Sichtweite wurde schnell unter 100, sogar unter 50 Metern. Wir trauten unseren Augen kaum. Es wütete ein Schneechaos in der Wüste Jordaniens. Es war unbegreiflich für uns, da wir 2 Stunden vorher noch im T-Shirt am Meer waren. Inzwischen kam dann aber der Zeitpunkt, wo wir den Schnee nicht mehr gefeiert haben, sondern mit den Sommerreifen einfach nur heil angekommen wollten. Einzigartige Eindrücke haben wir noch auf dem Weg gesammelt. Wenn du auf schneebedeckter Strasse einem donut-fahrenden Sprinter entgegenkommst, dann merkst du erst wie surreal es ist, dass du in Jordanien bist. Abends nach nervenaufreibender Fahrt haben wir noch spontan einen Kochkurs mit Jordanischen Gerichten gemacht. Ein muss für den der die Chance dazu hat! Einige der Gerichte gehören zu den leckersten, die wir je probiert haben: Fatoush Galayat Bandura Sawanee Dajaj Wir haben den Kurs bei @PetraKitchen gemacht. Empfehlen wir dir zu 100 % weiter!
Wegem schlechten Wetter ist Petra am nächsten Tag buchstäblich ins Wasser gefallen. Genau deswegen ist es immer gut einen Plan B zu haben. Also fuhren wir den gleichen Weg wieder zurück, um den Tag im Wadi Rum zu verbringen. Auf einer Fläche von 740 km² wirst jeder Besucher fasziniert von einer scheinbar unendlichen Weite an rotem Sand, Sandsteinbergen und Schluchten. Es lohnt sich also für mehrere Tage zu bleiben. Wir verbrachten nur einen Tag dort, konnten somit nur einen kleinen Ausschnitt sehen, waren aber absolut fasziniert.
Beim Kamelreiten, Wandern und dem Herunterrennen von gigantischen Sanddünen hatten wir eine einzigartige Zeit. Der Moment, den wir aber am meisten herbeisehnten, war der erste Sonnenstrahl der uns erfasste. Das war die pure Entspannung, denn davor war es zeitweise echt ziemlich frisch. Eines der besten Highlights war aber sicherlich den Sonnenuntergang in der Wüste zu beobachten. Wir hatten das Gefühl, dass trotz einsetzender Kälte, der Sonnenuntergang unglaublich intensiv und inspirierend war.
Abends im Beduinen Camp angekommen, gab es gegrillte Spezialitäten mit Fladenbrot. Hier erwartete uns nochmal ein Überraschung. Der Grill und auch das Essen war in dem Behältnis eingegraben im Sand. Somit hatte das Essen einen geräucherten Geschmack, was gut schmeckte. Unsere Guide Radi erzählte uns im Zelt über die Vergangenheit vom Wadi Rum. Die zahlreichen prähistorischen Inschriften und Geschichten über die Lawrence Quelle verleihen dem größten Wadi Jordaniens eine mystische Aura. Mit ihm sprachen wir auch über seine Familie und sein Leben in Jordanien. Mit seiner sympathischen Art erzählte er über seine Brüder und Schwestern und seine Zukunftspläne in Jordanien, einem doch sehr liberalen Land mit vielen Möglichkeiten. Tief in der Nacht brachen wir noch zu einer Nachtwanderung in dem beeindruckenden Tal auf und schossen mit unserer Kamera einzigartige Bilder von dem Sternenhimmel und den steilen Felswänden. Nach einer kurzen Nacht brachen wir gegen 6:30 morgens auf, um wieder zur Ruinenstadt Petra zu fahren. Bei inzwischen besserem Wetter erkundeten wir die riesige Umgebung im Schnelldurchlauf. Trotzdem viel Tourismus ist Petra ein absolutes Muss und man wird nicht enttäuscht. Zahlreiche monumentale Grabtempel, traumhaft schöne Schluchten und viele kleine Höhlen erwarten dich bei Petra. Das Wahrzeichen ist das Schatzhaus des Pharao (Khazne al-Firaun), und das nicht ohne Grund. Um den Trip gelungen zu vollenden, verbrachten wir den letzten Nachmittag und Abend am Meer in Eilat. Ich hoffe auch du hast neue Eindrücke von dem Land gewonnen und erwägst eventuell doch eine Reise in dieses faszinierende Land! Wenn ja, lass es uns über Social Media wissen. Wir freuen uns über jede einzelne Rückmeldung. Es ist kaum in Worte zu fassen, was für unglaubliche Erlebnisse du in nur 4000 Minuten erleben kannst. Wir, alle sieben Freunde, hatten eine unvergessliche Zeit mit bleibenden Eindrücken und einer neu-gewonnenen Perspektive über das Land und die Leute. Wir sind jedes Mal aufs neue begeistert, wie unfassbar außergewöhnlich du dir dein Wochenende gestalten kannst. Probiere es aus, lass dich ein auf ein Wochenende voller neuer Erfahrungen und sei begeistert von einem fremden Land! Lasse dich jetzt komplett kostenlos faszinieren von dein.trip.