Asien

Jerewan – die unbekannte Hauptstadt

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Wo ist denn Jerewan? Das war die häufigste Frage, die ich zu hören bekam, als ich erzählte, dass ich dorthin reise. Viele haben noch nie den Namen von diesem unentdeckten Juwel des Kaukasus gehört.  Gelegen im Herzen Armeniens bietet diese Stadt eine überraschende Vielfalt und einen kosmopolitischen Lifestyle. Ein typischer Morgen beginnt mit einem kleinen Spaziergang entlang der ruhigen Strassen und einem guten Kaffee von Green Bean Coffee Shop in der Nähe der Kaskaden. Hinter der kulturelle, politische und wirtschaftliche Hauptstadt dieses kaukasischen Landes verbirgt sich jedoch weit mehr als nur guter Kaffee.

Jerewan ist ein Ort voller historischer Reichtümer und besticht durch eine unvergleichbare Ruhe, die in anderen Städten mit über 1 Million Einwohner undenkbar wäre. Eine Einkaufsstrasse mit der aktuellen Mode aus Europa und kleine gemütliche Parks, in denen alte Herren Schach spielen und sich über die Neuigkeiten des Tages austauschen, zeichnen die Hauptstadt aus. Dazu kommt eine lebendige Kaffee-  und Gastronomieszene – Jerewan bietet einfach für jeden was.

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View from the top of the Cascade
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1. Die Unbekannte Stadt und deren einwohner

Viele haben bereits etwas über Armenien gelesen, aber über die Hauptstadt Jerewan und deren Bewohner ist kaum etwas zu hören. Wenn man die Größe der Stadt betrachtet, ist das kulturelle Leben eine Faszination für sich. Wenn der Mittlere Osten Europa trifft und das ganze mit einem Charm aus Südfrankreich und dem ehemals sowjetischen Einfluss mischt, dann könnte es Jerewan sein. Taxifahrer die sich selber eher als Historiker sehen und stolz über ihre Stadt berichten, und die beinahe unschlagbare armenische Gastfreundschaft beschreiben unsere Erfahrungen wohl am Besten.

Obwohl es wirklich viel zu sehen gibt, empfehle ich einfach Platz in einem Cafe zu nehmen und dem entspannten Treiben einmal zuzuschauen. Man fühlt sich nicht so, als ob man in einer Großstadt ist. Eher wird man an eine Stadt erinnert, die jeden Tag im Urlaub schein zu sein. Bestenfalls empfiehlt es sich mit einem der Einheimischen das Gespräch zu suchen. Ist der erste Schritt getan, werden fröhlich Dinge über Land und Leute ausgetauscht.

Während einer Zugfahrt in der Nähe von Jerewan lernten wir „Hermine“ und deren Mutter kennen, die uns großzügig mit hausgemachten Käse, Antipasti und gegrilltem Hühnchen versorgten. Die Gespräche waren äußerst interessant und wurden teilweiße auch sehr emotional, als über die Vergangenheit des Landes berichtet wurde. Dennoch war die Begeisterung, dass ausgerechnet wir nach Armenien gereist sind, um ihr tolles Land zu entdecken, groß und somit wurden wir schnell über alles ausgefragt.

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Hospitable Armenias
2. Geschichte und Museen

Die Gründung de Stadt geht bis in das Jahr 782 vor Christus zurück. Bis zur Annektierung von Russland im Jahr 1828, war Jerewan eine regionale Hauptstadt von persischen Machthabern. Während die Sowjets in Armenien herrschten, wurden die meisten Kirchen und vor allem Moscheen zerstört und die Stadt wurde anschließend neu geplant. Alle großen Straßen führen in Richtung des heiligen Bergs Ararat. Für die Armenier ist dieser Berg von ganz besonderer Bedeutung.  Nach der Bibel landete nämlich Noahs Arche im Ararat Gebirge. Heute liegt der Berg für die Armenier unerreichbar im türkischen Staatsgebiet. Die Grenzen zur Türkei sind auf Grund des bereits über 100 Jahre vergangenen Genozids an Armeniern geschlossen.

Bis heute ist die Trauer spürbar, denn die jüngere Geschichte Armeniens war wie bereits erwähnt vom Genozid Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt. Zu jener Zeit lebten Armenier weit verbreitet in der heutigen Türkei und Syrien. Im Jahre 1915 begann die Verfolgung von Armeniern im Osmanischen Reich. Sie wurden in Wüsten verjagt und starben qualvoll oder wurden hingerichtet oder missbraucht. Ein Besuch des Tsitsernakaberd, dem Genozid Denkmal Armenien ist ein absolutes Muss. Die dunkel gehaltene Ausstellung von Gemälden, Tonaufnahmen, Zitaten, die zum Nachdenken anregen, sowie andere historische Ausstellungstücke berührten uns emotional.

Der Besuch half uns die teilweiße sehr hohe Emotionaliät der Armenier zu verstehen. Ein weiteres Museum, welches man ohne Zweifel empfehlen kann, ist das Staatsmuseum der Armenischen Geschichte. Dieses Museum deckt die Geschichte von der Steinzeit bis in die Moderne ab. Ehrlich gesagt ist es nicht ausreichend nur zwei Museen zu empfehlen, denn man könnte sehr einfach mehrere Tage in den vielen spannenden Museen verbringen.

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Memorial of the Armenian Genocide in Yerevan
3. Genießen in Armenien

Falls du Fleisch liebst, ist Jerewan genau der richtige Ort für dich. Egal wo du bist, ein guter Schaschlik Spieß ist nie weit entfernt. Generell ist armenisches Essen sehr vielfältig, meist mit einer interessanten Gewürzmischung verfeinert. Falls die Vielfalt nicht ausreicht, gibt es alternative Optionen aus Europa, Russland und orientalischer Küche, die in einer äußerst leckeren Fusion der Küchen resultiert. In Jerewan ist unabhängig vom Budget für jeden etwas dabei. Des Weiteren empfehle ich einen guten armenischen Wein und Brandy zu probieren.

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Enjoying delicous Armenia food
4. Sicherheit

Während unseres gesamten Aufethalts fühlten wir runs äußerst sicher. Obwohl Armenien häufig mit Konflikten in Verbindung bring, ist davon vor Ort nichts zu spüren. Im Gegenteil, es ist deutlich wahrscheinlicher in Europa bestohlen zu werden als in Armenien. Die Terrorismusgefahr ist gering und die Regierung stabil. Also keine Angst – es ist ein großartiger Ort.

5. DAY TRIPS

Von Jerewan aus kann man verschiedene Tagestrips unternehmen. Ich möchte an dieser Stelle die folgenden zwei empfehlen:

  • Nehmt ein Taxi zur Gerhard Monastry und geht durch die heiligen Hallen und Höhlen
  • Entflieht der Hitze Jerewans und fahrt für eine Abkühlung zum größten See des Landes – der Sevan See.
Geghard, Yerevan, Armenia
The ancient Gerhard Monastry
6. und viele weitere Gründe

Ehrlich gesagt könnte ich die Liste mit Gründen noch deutlich weiterführen. Jerewan bietet äußerst viel, aber warum sollte ich euch alles verraten. Lasst euch selbst faszinieren und reist dorthin. Ich garantiere euch – ihr werdet begeistert sein.

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